GLUCKI UND HAPPI AUF DEM VIKI


Der Münchner Viktualienmarkt - bisweilen von den Einheimischen zärtlich ‚Viki‘ genannt - ist vielleicht nicht der Bauch der Stadt, das ist selbstverständlich die Großmarkthalle. Aber als Gaumen der Stadt geht der werktägliche Markt sicher durch. Umso dringender war es aus Sicht der genussfreudigen Menschen in der Stadt, für angemessenen Weinausschank zu sorgen. Denn ein richtig gutes Glas Wein zum Käse, zur Auster oder Pferdewurst ist gar nicht einfach zu finden. 


Aber es gibt ja das »Marktfest Viktualien & Wein« auf dem Viktualienmarkt. Immerhin - schon zum zweiten Mal stehen zwischen den regulären Marktstandln ein paar Winzerhütten. Da wird der so dringend benötigte Wein ausgeschenkt, glasweise oder bei größerem ‚Bedarf‘, auch flaschenweise. Thematisch geordnet sind die Hütten, in diesem Jahr zeigen die Weinregionen Burgenland, Franken, Pfalz und Weinviertel was da so angebaut wird. Ausgeschenkt wird von Münchner Weinhändlern, also den lokalen Stellvertretern der Regionen. Wäre auch ein wenig zu viel des Guten, wenn die Winzer auch noch persönlich vor Ort wären. Wobei - auch das kann passieren. Damit man als Geniesser auch ein bißchen was zu entdecken hat, werden die Winzerhütten neben der regionalen Zugehörigkeit auch noch mit unterschiedlichen Themen bespielt. 


Um den Genuss zu steigern arbeiten die Winzerhütten direkt, freundschaftlich, einvernehmlich und partnerschaftlich mit den ‚normalen‘ Ständen zusammen, eine kulinarische Win-Win Situation. Und ein paar Standbetreiber legen sich dabei besonders ins Zeug: Fränkisches Wurst-Häus’le, Fisch Witte, Pferdemetzgerei Wörle, Wurststand Teltschik, Rottler, Kräuter Gallery, Münchner Suppenküche und Tölzer Kasladen. Das ergibt dann eine kulinarische Vielfalt, die man in einem Restaurant kaum abbilden kann: Die Österreicher aus dem Burgenland suchen Kontakt zu kräftigen Käsen mit ihren ebenfalls kraftvollen Weinen aus der Rebsorte Blaufränkisch. Die Nachbarn aus dem Weinviertel zeigen mit ihren Grünen Veltlinern den Antipastigemüsen wo es lang geht, das Heimspiel der Franken mit ihren grandiosen Silvanern kann eigentlich nur an einer Fischtheke enden. Und die aufstrebenden Jungs und Mädels der Generation Pfalz, haben mit knackigen Rieslingen - wie könnte es auch anders sein - vor allem die Wurstmacher auf ihrer Seite. Herzhaft zu herzhaft, quasi. Vielleicht sollte noch kurz erwähnt werden - alle Weine lassen sich auch solo trinken. Nicht das mir irgendwer übersättigt den Markt verlässt.  


Ein klitzekleines Problem hat der muntere Trubel aber doch: leider ist nach drei Tagen Schluss. Das ist irgendwie gar nicht alles zu schaffen. Also jeder Wein, jeder Stand, jede Gaumenkombination. Aber was willste machen - irgendwo muss man ja anfangen. Und aufgeben ist auch keine Lösung. Also auf zum Viki, auf ein leckeres Glucki-Glucki. Und das Happi-Happi nicht vergessen … „Ey Scholl, hörst Du dir eigentlich manchmal selber zu … ???“


Anm: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Culinarium Bavaricum

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