FRÄNKISCH TROCKEN STATT STÄNDIG TROCKEN


Eulen nach Athen - oder Bocksbeutel nach Franken? Für das experimentierfreudige Anbaugebiet muss man eigentlich keine Lanze mehr brechen. Aber vielleicht helfen ein paar Eckdaten, den Rest-Zweiflern die Entscheidung zu erleichtern, die Franken auf der ProWein zu besuchen. Oder mich ...

Was in den letzten Jahre wirklich beeindruckt hat, ist der qualitative Entwicklung - oder ist es fast schon ein Sprung - den dieses Anbaugebiet gemacht hat. Das ist für Aussenstehenden deutlich sichtbar, für die Franken selber bisweilen noch immer überraschend, wie gut sie mit ihren Weinen inzwischen dastehen. Klar, dazu gehört natürlich Frankens Leitrebsorte, der Silvaner. Dass die was kann, ist unbestritten und wird deshalb auch in der Vermarktung ganz nach oben gerückt. Der etwas sperrige Claim «Silvaner Heimat seit 1659» hat in diesem Jahr natürlich besondere Bedeutung, seit 360 Jahre wird die Rebsorte jetzt am Main angebaut. Aber er zeigt auch, dass hier mächtig Tradition dahinter steckt. Und trotzdem ist das keine verstaubte Geschichte, die Dynamik, mit der seit rund 20 Jahren am Silvaner-Stil gearbeitet wird, ist wirklich ungewöhnlich. Da wird mit Maischestand gearbeitet, so früh geerntet wie nie zuvor, da werden neue Ausbaugefässe aus Beton und Ton eingesetzt, der Boden ganz anders bearbeitet als noch von den Vätern. Denn natürlich spielt der Boden eine ganz   wesentliche Rolle, Franken ist Trias-Land, die Weine geprägt von den drei ganz unterschiedlichen Bodenformationen Keuper, Muschelkalk und Buntsandstein. Die den darauf wachsenden Weinen ganz typische und unverwechselbare Stilistiken mitgeben.




Soweit die Einführung. Trocken. Damit es feuchter und erlebbarer wird, gibt es ein ganzes Package von thematischen Veranstaltungen auf dem Frankenwein-Stand auf der ProWein. Völlig unvoreingenommen und objektiv sei zum Beispiel hingewiesen auf das Seminar «Grenzenlos - Silvaner international», das der Autor dieser Zeilen abhalten wird. Fünf Silvaner aus Franken im Vergleich mit 5 Silvaner aus Südtirol, dem Elsaß und Rheinhessen. Fünf «Gewichtsklassen», Einstiegsweine, experimentelle, gereifte, Speisebegleiter. Im Vergleich - nicht im Wettbewerb. Es geht um Stile, um Interpretation - um die Frage: Was gefällt mir am Besten. 




Da natürlich davon auszugehen ist, dass nicht jeder Besucher einen Platz bekommt - und auch nicht jeden die Grenzenlosigkeit des Silvaner interessiert - sind einige weitere Kollegen am Start. Stefan Metzner, Ambassadeur de Champagne, weiss alles über fränkische Winzersekte und Crémants. Veränderte Reifeverhalten und sensorische Besonderheiten bei Orange Weinen, sind dem Schnutentunker Felix Bodmann bestens vertraut. Carine Patricio, Sommelière, nimmt sich der großen Weine des Escherndorfer Lumps an. Und Sommelier Rakhshan Zhouleh hat die 10 Siegerweine aus dem ‚Best of Gold‘ Wettbewerb im Gepäck.
Also genügend Gründe, ausreichend Themen, um zu schmecken und zu reden. Über Franken. Und fränkischen Wein. Ich könnte stundenlang darüber erzählen - die Seminare sind, zum Glück für die Besucher, auf 45 Minuten begrenzt. Und garantiert nicht trocken. Wir sehen uns bei den Franken. 

Frankenwein auf der ProWein
Messe Düsseldorf, Halle 14, Stände D86, E89, E90
17. bis 19. März 2019
Täglich von 09 bis 18 Uhr
Anmelden kann man sich hier: FrankenProWeinSeminare



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