10.07.17

STAND DER DINGE: DAS GENUSSFESTIVAL IN MÜNCHEN


Die bayerische Landeshauptstadt wird im Laufe des Jahres häufiger von Franken heimgesucht. Fast immer geht es dabei um Genuss, die nördlichen Landesteile des Freistaats haben kulinarisch schließlich einiges zu bieten. Vor allem haben sie etwas, was keine andere Region Bayerns zu bieten hat - Wein! Auch auf dem Bayerischen Genussfestival werden die Franken die ganze Bandbreite ihrer Möglichkeiten zeigen.



Wenn man sich einen Überblick verschaffen möchte über den aktuellen Stand des Fränkischen Weins, ist das Genussfestival auf dem Odeonsplatz wie geschaffen. Die schiere Menge an Ausstellern macht es möglich, praktisch alle wesentlichen Strömungen und Entwicklungen nachzuschmecken. Denn Franken ist weit mehr als Silvaner aus dem Bocksbeutel. Eine ganze Generation junger und gut ausgebildeter Winzer drängt nach vorne, versucht sich an neuen Geschmacksmustern, ist mutig und experimentierfreudig. 

Natürlicher Sprudel vom Weingut Krämer | Pet Nat


Einer der sich mit seinen Naturweinen einen guten Namen in der deutschen Weinszene gemacht hat ist Stephan Krämer, Ökologischer Land- & Weinbau Krämer aus Auernhofen. Sein Müller-Thurgau „Petillant Naturel“ abgekürzt Pet Nat, ist aktuell der heisseste Tipp unter Weinfreaks. Dafür wird der Wein während der Gärung auf Flaschen gefüllt und gärt dann in der Flasche weiter. Dabei entsteht Kohlensäure die auch in der Flasche bleibt. Ohne Zugabe von Schwefel, unfiltriert, entsteht so ein ziemlich eigenwilliger Wein, der bekannte Geschmacksmuster auf die Probe stellt. Nichts für Lugana-Trinker - aber für alle die Spass am entdecken neuer Geschmäcker haben. Natürlich ist der Silvaner die wichtigste Rebsorte für Stephan, aber auch hier geht es im um Eigenständigkeit. Karg, schlank und mineralisch, so mag der junge Winzer seine Weine. 

Feste Größe im fränkischen Weinbau | Rudolf 'Rudi' May


Die Leidenschaft für die wichtigste fränkische Rebsorte teilt auch Rudolf May aus Retzstadt, auch wenn er einen ganz anderen Stil bevorzugt. ‚Rudi‘, wie er in der Weinszene gerufen wird, hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, seine Weine in der ersten Liga zu positionieren, seine Spitzensilvaner gehören jährlich zu den besten fünf in Deutschland. Ein eindeutiger Stil zieht sich durch das gesamte Sortiment, die May-Weine sind immer klar, mit schöner Frucht und allesamt ungeheuer süffig. Seine besten Weine sind dazu noch sehr präzise und strukturiert, hoch komplex und haben bisweilen eine  geringe Restsüße. das spürt man bei seinen beiden besten Weinen, der Silvaner aus dem Rothlauf ist füllig, saftig, hat reife gelbe Frucht ist trotzdem konzentriert und klar. Der  Himmelspfad ist ausgesprochen harmonisch, sehr lang und ewig lang am Gaumen. Das hohe Niveau halten auch die Weine darunter, vor allem der Silvaner aus der Lage Der Schäfer geniesst unter Weinfreunden hohes Ansehen, verzaubert mit feiner Frucht, mit Harmonie und viel Länge. 

Fundstücke | Schatzkammerweine auf den Wine Walks


Ein Beispiel für das hohe Niveau der fränkischen Genossenschaften liefert DIVINO aus Nordheim. Vor wenigen Monaten als beste Winzergenossenschaft Deutschlands ausgezeichnet. Die Weinlinien Divino, Juventa, Franconia oder Charakter F haben ganz eigenständige Geschmacksprofile. Vor allem mit dem Charakter F gehen die Genossen ungewöhnliche, neue Wege. Da wird auch schon mal spontan vergoren, mit langem Hefelager gearbeitet und sehr spät auf Flasche gefüllt. Das ist für eine Genossenschaft durchaus ungewöhnlich - aber gar nicht so weit entfernt von dem, was Stephan Krämer macht. Denn das zeichnet Franken aus, ganz gleich ob große Genossenschaft oder kleiner Nebenerwerbswinzer: Mut zur Veränderung ist vorhanden. Man muss nur ein wenig danach suchen. Aber dazu bietet sich auf dem Genussfestival ja ausreichend Gelegenheit. Zum Beispiel bei den Wine Walks, den geführten Touren über das Genussfestival mit Winzerstops. Interesse? Dann hier entlang: 

Unkompliziert Trinken und Geniessen | Genussfestival

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