19.04.17

EINUNDZWANZIG (WEIN-)VIERTLER IN BERLIN

Nachhilfeunterricht ist - so man diese Unsitte aus Schultagen heute noch einsetzen sollte - eine der am wenigsten geliebten, pädagogischen Errungenschaften. War sie doch stets mit Zeitaufwand verbunden und dem Verlust von persönlicher Freizeit. Vor allem wenn man der Meinung war - oder ist - jemand bräuchte Nachhilfeunterricht in der einen oder anderen Form und dient ihm diesen an, kann aus dem gut gemeinten Instrument der Lernzielerreichung ein veritables Streitobjekt werden. Und ich versuche jetzt den Berliner Weinfreunden Nachhilfe in Sachen „Weinviertler Wein“ zu vermitteln. „Na serwas", würden meine Freunde aus besagter Weinregion kommentieren. 


Manchmal mache ich mich zum Diener fremder Herren. Freiwillig sogar. Das ist immer dann der Fall, wenn ich eine Sache als einfach gut oder zumindest unterstützenswert empfinde. Mein Herz - und Gaumen - schlägt ja bekanntermaßen für alles was ein ‚Frank‘ im Namen trägt, so wie Weine aus FRANKen oder FRANKreich. Für die Weine des Weinviertel mache ich da eine Ausnahme. Wobei sie meinen Favoriten gar nicht so unähnlich sind. Weinviertler Weine sind vielerorts annähernd so unbekannt wie die Weine aus Franken, dafür kulinarisch so vielseitig einsetzbar, wie vieles aus Frankreich. Klar ist das ein bißchen ein gewollter Vergleich, aber ein Funken Wahrheit steckt schon drin. Denn mal ganz unter uns: Wann war einer von uns Weinfans das letzte Mal im Fachhandel unterwegs, mit dem Ansinnen einen Weinviertler Wein zu kaufen? Oder hat im Restaurant ganz gezielt nach einem Weinviertler gesucht um sein Menu angemessen zu begleiten? Eben. 



Zum Thema Speisebegleitung fällt mir wieder ein Seminar vom letzten November in München ein. Da wurde grandios aufgekocht, Zander, Heidschnucke, Schokovariationen, und alles begleitet von Weinviertler Weinen: Schüller, Taubenschuss, Zillinger, Dürnberg. Das hatte durch die Bank Klasse und Stil, war individuell und doch verständlich. Großer Spass. Der sich unter anderem auch dadurch einstellt, daß die Weine und Winzer preislich auf dem Boden geblieben sind. Einiger der Winzer haben jedenfalls den Weg in meinen privaten Weinkeller gefunden. 

Gründe genug also um sich den 2. Mai im Kalender anzustreichen. Da kommen 21 Weinviertler Winzer nach Berlin um in der Hauptstadt ihre Weine vorzustellen. Von 14:00 bis 20:00 Uhr in der Kalkscheune, in der Johannisstraße 2, in 10117 Berlin werden die Weine zur freien Verkostung angestellt. Ein Seminar mit dem Restaurantleiter des ‚Le Faubourg‘ im Sofitel Berlin, Mathias Brandweiner, gibt es auch noch. Kann man sich anmelden, wenn es noch Plätze gibt. Ich habe ehrlich gesagt nicht nachgefragt, aber immerhin den Link zur Veranstaltung: LINK


So. Und jetzt hoffe ich, dass ich für diesen kleinen Liebesdienst in Sachen Weinviertel von eben jenem in flüssiger Form entlohnt werde. Sonst muss ich in den Keller und mir aus meinem Bestand was hochholen. Und mögen mir meine Berliner Freunde das mit der Nachhilfe nachsehen. ;)

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