01.08.16

SCHWABING LEUCHTET (WIEDER): DAS LA BOHÈME AM SCHWABINGER TOR


La Bohème, Restaurant und Bar, München-Schwabing. Mehr Begriffe braucht es nicht für das Kopfkino. Da wird das legendäre Schwabinger Künstlerviertel wieder wach, mit seinen verrauchten Kneipen, in denen Maler, Schriftsteller und Schauspieler ihr zweites Zuhause fanden.

Mit diesen Bildern spielen auch die Immobilieninvestoren des neuen Zentrums am Schwabinger Tor: Ein Stadtquartier mit neun Gebäuden, darin 210 Wohnungen, Handel, eben das Restaurant ‚La Bohème‘, Büros, Ateliers und ein Fünf-Sterne-Hotel. Aber der Anspruch ist hoch. Denn noch ist alles Neubau, Baustelle, im Wachsen. Die Patina, das leicht verwohnte, und zugleich cool Urbane fehlt noch - logischerweise. Ob sich hier die neue Bohème wohlfühlen wird?


Wer die Macher und ihre Ideen hört, der will es glauben. Und drückt die Daumen. Denn man kann durchaus von einem Gesamtkonzept sprechen, bei dem Leben, Arbeiten, Essen, Trinken an einem Ort verbunden werden. Und es unterscheidet sich damit von der üblichen Kulissenarchitektur, bei der Immobilien als Abschreibungsprojekte oder Geldanlage dienen und nur wenige Wochen im Jahr bewohnt sind. Grünflächen, Spielplätze, Manufakturen, Geschäfte und auch ein Wochenmarkt sollen das Leben im Quartier attraktiv und lebendig machen und das Viertel gar nicht erst zur Schlafstadt werden lassen - und Begegnungsflächen schaffen im besten Sinne. 
Und die Kunst wird aktiv gefördert, auch hier der Verweis auf die Bohème. Beim sogenannten Talent-Trust soll pro Quadratmeter Wohnfläche eine Pauschale erhoben werden, die dann in einen Fonds fließt. So werden Künstler unterstützt, die im Viertel arbeiten. Oder Kunstprojekte finanziert. Und selbst wer nicht hier wohnt, kann am Leben und Arbeiten des Quartiers teilnehmen. Bis 2017 sollen Coworking-spaces und Start-up Büros eingerichtet werden.



Aber zurück zum eigentlichen Zentrum: Restaurant und Bar ‚La Bohème‘. Hier lässt sich das neue Stadtviertel bereits erspüren. Die Trambahn quietscht direkt vor der Terrasse und den großen Fenstern vorbei. Der Gastraum wirkt, obwohl brandneu, schon gemütlich und belebt. Dafür wurde Rohbeton zusammen mit Holz verwendet, Kupferleuchten, Spiegel und Ledersofas. Die Beleuchtung ist dezent, in den gemütlichen Nischen kann man sich vorstellen, Stunden zu sitzen, zu lesen, zu schreiben und einen Absinth zu schlürfen. Na gut, einen Rosé.


Viele kleine und große Ideen stecken dahinter, entwickelt von Michael Urban (in der Bildmitte), Geschäftsführer des La Bohème. Für jeden Gast, für jede Tageszeit wollen Urban und sein Team zur Stelle sein, sei es das Frühstück von 9.30 bis 17 Uhr, der Business-Lunch, das 7-gängige Menü oder der Nachtimbiss. Der Schwerpunkt liegt auf deutsch- französischer Küche im Stil einer Brasserie. Dazu kommen Veranstaltungen wie Gin Tasting, Music Monday, der Sonntags-Brunch. Kunstausstellungen, Live-Musik und Zaubershows sind die Idee von Michael Urban, der selbst leidenschaftlicher Hobby-Magier ist. 
Michael Urban hat sich sein Berufsziel offen gehalten. Zuerst verlief alles ganz klassisch. Er stammt aus der Betreiberfamilie des Klostergasthof Andechs. Hat sich schon früh für die Gastronomie entschieden. Er ist gelernter Koch und Mitglied der Jeunes Restaurateur d’Europe, kochte bei Johannes King auf Sylt, Martin Fauser im Königshof und Juan Amador. Dann der Break, ein Betriebswirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Marketing. Und ein kurzes Liebäugeln mit andern Berufssparten. Doch dann kam das Angebot als Hauptgesellschafter und Geschäftsführer das Restaurant La Bohéme zu führen. Zu verlockend, denn hier kann er in diesem neuen Umfeld frei gestalten, eine eigene Handschrift entwickeln sich einen Namen machen. Ein spannendes Projekt, das als Leuchtturm innerhalb eines neuen - oder besser: alten - Stadtviertels funkeln könnte. 





Anmerkung: Zu Präsentation des 'La Bohème' waren wir im Rahmen einer Presseveranstaltung eingeladen.

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