24.07.16

ARABISCHE NÄCHTE: MEZZEH UND SHISHA IM MARRIOTT


Cleo Kretschmer in "Arabische Nächte" - das ist nicht nur Filmgeschichte, das gehört zu München wie die Isar. Oder das Hofbräuhaus. Und ist vielleicht der Grund, warum die Stadt bis heute ein wahrer Magnet für Besucher aus dem Orient ist. Wobei ... wahrscheinlich sind es doch eher die Shoppingmöglichkeiten und die erstklassige medizinische Versorgung die locken. Jedenfalls sind im Sommer immer ganz besonders viele Menschen arabischer Herkunft in der Stadt. Die sich bei der Speisenauswahl ganz wie zu Hause fühlen dürfen.


Was ich an Großstädten wie München außerordentlich schätze ist die Möglichkeit, auch im vermeintlich alltäglichen immer noch Überraschungen zu erleben. Das Marriott Hotel im Münchner Norden ( ja genau das, das man sieht wenn man auf die Autobahn Richtung Nürnberg auffährt) kenne ich seit Jahren. Sie machen wirklich fantastische Burger in der Champions Sportsbar, bemerkenswerte Steaks im ‚grill93’ und ihre Special Angebote für Zimmer mit Full-Service sind eine echte Alternative zum Besuch von Stadien bei Sport-Großveranstaltungen. Trotzdem haben sie da noch etwas im Programm, das bisher komplett an mir vorbei gegangen ist. Und deswegen haben sie mich und ein paar bloggende Kollegen eingeladen.


München hat vor allem in den Sommermonaten, zwischen Juli und September, eine regelrechte Flut von Gästen aus der arabischen Welt. Bei ihnen daheim ist es nämlich wirklich heiss zu der Zeit, zum Abkühlen (!!) kommen die Damen und Herren deshalb gerne an die Isar. Was vor allem diesen Sommer ja ganz vorzüglich klappt. Auf diese Gäste hat sich das Marriott mit Küche und Service eingestellt. Vor allem mit der Küche. Arabic Food Special steht da auf einer speziellen Karte, die im Kleingedruckten ausdrücklich darauf hinweist, das alle zubereiteten Tiere nach islamischen Recht ('Halal' - nicht zu verwechseln mit 'Schächten'!) geschlachtet wurden. So bekommt man echte arabische Delikatessen auch als Münchner quasi gleich ums Eck. Vier Köche aus diversen arabischen Ländern arbeiten während dieses Sommers in der Küche des Hotels, Tabbouleh (ein Petersiliesalat), Rkkak Bil' Jibneh (eine gebackene Teigrolle mit Ziegenkäse), Makanek (Lammwürstchen) oder Shish Taouk (Hühnchenspiesse mit Gewürzen) stehen da auf der Karte. Wie sich das Indian Chicken Biryani (Hühnchen mit indischen Gewürzen und Reis) dahin verirrt hat, weiss ich nicht. Denn bisher war ich der Meinung, dass Indien nicht zur arabischen Welt gehört. Aber das kann sich ja geändert haben. 



Ich bin zwar insgesamt kein ausgewiesener Kenner der arabischen Welt und ihrer Küche, aber alle Gerichte die ich probieren durfte, machten einen verflixt authentischen Eindruck. Meine Bloggerfreundin Dorothée von Bushcooks Kitchen, die sich mit sowas auskennt weil sie mehrfach dort unten unterwegs war, nickte jedenfalls anerkennend. Aber ein wenig orientierungslos scheint mir die Speisekarte dann doch zu sein. Denn nicht nur indische, auch libanesische, syrische oder ägyptische Küche werden da bunt gemischt. Gibt es so wahrscheinlich auch nicht wirklich. Aber solange es schmeckt und die Gäste glücklich sind ... Für Nicht-Araber, also quasi mehr oder weniger jeden Münchner, wirkt es jedenfalls ziemlich echt, nicht zuletzt weil sogar auf der Speisekarte in arabisch geschrieben steht, was es denn so zu Essen gibt. Auch davon verstehe ich selbstredend kein Wort, aber es wirkt wie gesagt ziemlich echt. Genauso wie die üppige Art der Präsentation der Speisen. Von der überwältigenden arabischen Gastfreundschaft habe ich schon viel Gutes gehört, das hat man im Marriott wohl auch verinnerlicht. Es wurde jedenfalls aufgefahren als gäbe es kein Morgen. Und keine Personenwaagen. 



Das der Abend dann in der Shisha Lounge bei hüftschädigend gutem Gebäck und ausgezeichnetem Kaffee endete, braucht kaum mehr erwähnt zu werden. Gehört ja gewissermaßen zum guten Ton. Und zum weltweit gepflegten Klischee arabischen Lebensstils. Man kann es ehrlicherweise nicht anders sagen: Die Damen und Herren im Marriott geben sich wirklich alle erdenkliche Mühe, ihren Gästen arabisches Feeling zu vermitteln. Am Essen und der Gastfreundschaft des Hauses liegt es jedenfalls garantiert nicht, falls das Wohlgefühl ausbleiben sollte. Wenn nur noch die gute Cleo Kreschtmer zum Bauchtanz vorbei käme ...


Anmerkung: Zu der Veranstaltung wurde ich vom Marriott Hotel eingeladen. 

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