18.09.14

SLOW FOOD DEUTSCHLAND: GENUSSFÜHRER 2015 VORGESTELLT



Das ist doch mal eine hübsche kleine Erfolgsgeschichte: Der Slow Food Genussführer 2014 hat es auf immerhin 25.000 Exemplare gebracht. An dieser Marke wird sich auch die neue Ausgabe messen lassen müssen - sollte aber kein Problem werden. Denn das Buch bleibt für den authentischen Genuss Suchenden ein absolutes Muss - und mehr Restaurants fürs Geld gibt es obendrein.


Wenn eine Buchneuerscheinung in 8 Städten fast gleichzeitig der Presse vorgestellt wird, muss es schon etwas wirklich bedeutendes sein. Möchte man meinen. Dieser Aufwand war aber eher der Tatsache geschuldet, dass die ehrenamtlichen Mitglieder der Genussführerkommission von Slow Food Deutschland auf diese Weise keinen Urlaub nehmen mussten, sondern quasi im Vorbeigehen Werbung für ihr Buch machen konnten.  Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen. Der Genussführer 2015 setzt auf die bewährten Bewertungskriterien seines Vorgängers, frei nach dem Motto "Never change a winning team". Dabei gelang es mit der 2015er Ausgabe trotzdem, einige weisse Flecken auf der kulinarischen Landkarte zu tilgen. Vor allem der Nordwesten Deutschlands hat kräftig zugelegt in Form von empfehlenswerten Restaurants, der Bodensee ist nun mit 9 Lokalen vertreten und auch die kulinarische Diaspora Ostfriesland (!!) hat jetzt einen roten Punkt auf der Landkarte als Zeichen genussvoller Gastlichkeit. 

Auf 448 Seiten werden 403 Lokale in ganz Deutschland empfohlen. Das sind typischerweise keine Sternerestaurants sondern vielmehr das was man früher 'gutbürgerlich' nannte. Hier sieht Slow Food seine Grundsätze "Gut, sauber, fair" am ehesten vertreten, hier wird der Regionalität bei Produkten und Rezepten am ehesten entsprochen. Denn, so der Leiter der Genussführerteams Wieland Schnürch:" Die deutsche Regionalküche ist auf dem Rückzug. Deshalb müssen wir sie ganz besonders würdigen." Dabei gibt es so manchen Spagat zu meistern - vor allem bei den Rezepten die sich auf den Speisekarten der Restaurants finden. Denn ein Wiener Schnitzel mag ja in Bayern quasi kulinarisch eingemeindet worden sein - ist aber rein vom Namen her nicht wirklich bayerisch. Aber ein einzelnes Gericht mit nicht regionaler Rezeptur kann kein Ausschlusskriterium sein. Im Gegensatz zur Verwendung von Geschmacksverstärkern, die für die ehrenamtlichen Slow Food Testesser ein absolutes 'No-Go' sind. "Es muss vor allem schmecken, das Ambiente soll einladend sein und der Service freundlich und kompetent", fasst Wieland Schnürch die Kriterien zusammen. 

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