06.07.14

FRANKENWEIN: A BISSEL WAS GEHT IMMER


'Regional' ist das neue 'Bio'. Schöner Slogan und irgendwie ziemlich dicht am Trend. Denn regionale Lebensmittel werden immer beliebter, nach der Saisonalität das zweite große Thema für bewusste Geniesser. Ein neues Gastrokonzept in München setzt genau auf diese zwei Trends. Und so konsequent wie möglich regional wird auch das Thema Wein im 'STENZ' behandelt. Ausschliesslich Gewächse aus Franken werden dort auf der Karte stehen. Schliesslich ist Franken ein Teil des Freistaats - und somit echt regional!


Die Lindwurmstrasse in München hat sich bisher nicht wirklich aus Gastromeile ausgezeichnet. Wie schon im Blogeintrag über Finkus Bripp, den Weinverrückten aus der Lindwurmstrasse bemerkt, ist die Lindwurm innerstädtische Diaspora in Sachen Genuss. In der Nummer 122 scheint jetzt aber etwas zu passieren. Unter dem schönen und in München enorm bedeutungsschwangeren Namen 'Stenz' entsteht hier ein Bistro, das den Spagat zwischen Tradition (siehe Name) mit selbstverständlicher Eleganz hinlegt. Ganz im Stile eines Monaco Franze (= Ewiger Stenz) eben. Und bevor die Münchner dieses schöne Etablissement in Beschlag nehmen, haben die Franken einfach mal zugeschlagen. Quasi als Pre-pre-opening wurde das Programm des fränkischen Weinbauverbandes für den Rest des Jahres 2014 vorgestellt.  Begleitet von oberbayerischen Appetithäppchen. Wobei der Diminutiv die Größe der Happen verschleiert. Also dieses Wantan von der Rindelende mit Pfifferlingfüllung wäre auch als veritable Vorspeise durchgegangen! 


Natürlich gab es auch reichlich und gut zu trinken, mehr als so ein Blogeintrag hergibt, deshalb kurz in Stichworten: Hans Wirsching mit Secco weiß, das Familienweingut Braun und ihr Secco rosé kamen zur Einstimmung, vom Weingut Apfelbacher konnte der GrüSi – 2013 mit frischer Kraft überzeugen, ebenso wie die jungen Frank’en mit Müller-Thurgau trocken. Richtig aufmerksam wurden die anwesenden Herrschaften beim Bacchus trocken
der Weinmanufaktur 3Zeilen: Die Rebsorte gilt gemeinhin nicht als der 'Bringer'. Aber das hier hatte echtes Niveau! Neben den Weinen gab es natürlich auch etwas zu Essen. 
Das Menu: Gartensalat mit Variation von Renke und Saibling, zum Hauptgang hausgemachte Kalbfleischpflanzerl mit lauwarmen Bratkartoffelsalat, Jus und hausgemachtem Senf. Desert aus der Vitrine.

Bei dem ganzen Essen und Trinken war es nicht ganz einfach den Überblick zu behalten, mit welcher Veranstaltung die Franken das Herz der Münchner zu erobern gedenken. Nicht verpassen sollte man das bayerische Genussfestival auf dem Odeonsplatz vom 01. bis 03. August. Denn erstens präsentieren sich die fränkischen Jungwinzer, die nach meinen Erfahrungen wirklich auf einem guten, weil eigenem Weg sind (siehe Weinmanufaktur 3 Zeilen) Und zweitens werden auf dem Genussfestival auch die großen Gewächse der Franken glasweise ausgeschenkt. Wer also immer mal probieren wollte, warum der VdP den Adler auf dem Etikett so sparsam verteilt, kann sich auf dem Genussfestival davon überzeugen. Wer nicht solange warten kann: Die Frankenweinbar im Viehhof hat jetzt schon geöffnet. Sonne geniessen, Fussball schauen ( ... oder auch nicht ... ) und Bayerns Norden schmecken. 


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