07.03.14

FLASCHE LEER: HOLLERBUSCH WEIZENBOCK, BRAUEREI HELD



Dieses Bier hat eine Geschichte. Eine Vorgeschichte. Wann immer es ging, war ich mit meinen Freunden aus Bayreuth am Wochenende in Oberailsfeld zum Schäufala essen. Irgendwann im Spätherbst sind wir dann richtig versackt, es blieb nicht beim üblichen Schäufala und ein - zwei Bier. Schuld war dieser Weizenbock, den Helmut Polster, der Chef vom Held-Bräu, zum ersten Mal auf der Karte hatte. Nach dem Verzehr drei dieser unglaublichen Biere, war an eine kultivierte Sonntagnachmittagsbeschäftigung nicht mehr zu denken. Stattdessen endete es Stunden später in einer griechischen Taverne, Details verschweige ich besser. 





Unverwechselbar macht den Hollerbusch Weizenbock - neben dem Geschmack, doch dazu später - sein, nennen wir es einmal 'ungewöhnliches' Etikett. Das er mit seinem kleinen Bruder, dem Hollerbusch Helles in der 0,33 l Flasche, gemeinsam hat. Die knallbunte Karikatur eines hinterm Hollerbusch lauernden Bocks erinnert den geneigten Trinker eher an ein kleinkindtaugliches Erfrischungsgetränk, denn an eine seriöse Erwachsenenlabsal. Um die es sich beim Hollerbusch zweifelsohne handelt. Aber lassen wir das drollige Äußere und widmen uns den inneren Werten der Flasche.


Die Farbe ist praktisch schwarz, bestenfalls ein Guiness Extra Stout ist noch dunkler. Der Schaum steht sehr schön lang im Glas, ist hell karamellfarben und feinporig. Ist cremig und schmeckt ausgezeichnet! 
In der Nase sind frische Hefe und dunkle Beeren und etwas Schokolade zu riechen. Aber eher verhalten. Der Geruch ist nicht sehr ausgeprägt.


Im Mund ist das Bier süss und ölig. Die ganz feinen, kleinen Kohlensäureperlen lassen es dennoch frisch wirken. Für einen Weizenbock ist es leicht zu trinken und läuft sehr schön über die Zunge. Wozu auch der Alkohol - mit 6,9% Vol. noch im Rahmen - beiträgt. Im Geschmack fällt immer wieder diese Fruchtnote auf, am ehesten erinnert es mich an Heidelbeeren. 
Das grösste Problem mit dem Hollerbusch Weizenbock: Er ist eigentlich nur in der Adventszeit erhältlich. Und die neigt sich jetzt im März doch dem Ende zu. Aber ein paar Restbestände sind im Getränkehandel noch zu haben. Und das Bier hält sich nach meiner Erfahrung auch über das MHD hinaus. Im Gegenteil: Ich finde es nach einigen Monaten Flaschenreife noch stimmiger und harmonischer. Deshalb: Nach der Flasche mit dem drolligen Etikett suchen - und es nicht mit dem Hellen Hollerbusch verwechseln!



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