03.12.13

ECKART 2013: KOCH-OSCAR FÜR ROBUCHON, FEHLING, ATALA UND GEDECK

Es ist fast wie beim Oscar: Es kann nur einen geben. Das gilt für den OSCAR wie den ECKART gleichermaßen. Nur ist der 'ECKART' natürlich nach Eckart Witzigmann benannt, Jahrhundertkoch, Mutter aller (deutschen) Köche, Maître des Tantris, der Aubergine und Mastermind hinter dem Hangar 7. Und eben auch Namensgeber für den deutschen Koch-Oscar. Heute (03.12.2013) wurden in München die Trophäen für Spitzenleistungen in der Küche vergeben. 

Spiritus rector der deutschen Küche:
Eckart Witzigmann
Bereits im zehnten Jahr wird der Internationale Eckart Witzigmann Preis verliehen. Mit einer gewissen Aufwärtsentwicklung. War es in den Anfängen noch eine kleine Feier für Insider, ist spätestens seit dem Einstieg der BMW AG ein echtes Event aus der Preisverleihung geworden. Und die treibenden Köpfe hinter dem Preis und der Eckart-Witzigsmann-Akademie wollen mehr. Denn Köche auszuzeichnen ist gut und schön. Aber Begriffe wie Nachhaltigkeit, Verantwortung und Kultur sollten auch in der Kochkunst noch viel allgegenwärtiger werden. Oder wie Eckart Witzigmann sagt: "Gutes Essen ist kein entbehrlicher Luxus. Es ist die Basis." Durch die vor zwei Jahren begonnene Kooperation mit BMW wurde deshalb konsequenterweise eine neue, vierte Preiskategorie geschaffen: Der 'ECKART für kreative Verantwortung und Genuss'. Ein sperriger Titel, der aber inhaltlich den gesamten Preis auf ein neues Niveau hebt.
Der Blick täuscht: Herr Atala ist sehr umgänglich!
Der diesjährige Preisträger, Alex Atala aus São Paulo, ist in seinem Verständnis vom Umgang mit Natur und Mensch schon viel weiter. Den Begriff 'Nachhaltigkeit' nutzen er und seine Mitarbeiter nicht mehr. Die Verwendung sei geradezu inflationär und ist aus Atalas Sicht wie der Gang zum Zahnarzt: Man macht es, denkt aber nicht mehr wirklich darüber nach. Und Atala will das nachgedacht wird. Über Essen, Verantwortung, Kultur. Denn Essen ist sexy, macht Freude. Am Besten mit Produkten aus der Heimat, mit Verantwortung für Umwelt und Menschen. Atala arbeitet nur mit autochthonen Zutaten und baut dabei immer größere und stabilere Systeme zwischen Produzenten, Märkten und Lieferanten auf. Um so den kulinarischen Schatz seiner Heimat Brasilien zu bewahren. 
Verantwortung ist auch eines der wichtigsten Schlagworte für Eckart Witzigmann. Er will die aktuelle Popularität von Köchen und Kochshows nutzen, um Missstände wie Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen. Aus seiner Sicht passen die Begriffe Verantwortung und Genuss ganz wunderbar zusammen.

Travemünde hat 3 Sterne: Kevin Fehling
bekommt den ECKART 2013 für Innovation
Auch deswegen sind sich BMW und Witzigmann so einig. Hat doch der Autohersteller ein Faible für gehobene Lebenskultur, Authentizität und einen besonderen Anspruch an das Produkt und die Arbeit. Premium ist eben das Key-Word für den Autobauer in allen Bereichen. Und da spielt auch Ernährung eine grosse Rolle. Die App 'Essenszeit' wurde gemeinsam mit der Witzigmann Academy entwickelt. Damit sollen nicht nur die Auszubildenden des Unternehmens, an das Thema gesunde Ernährung herangeführt werden. 

Das sich der Nachwuchs durchaus für gehobene Ernährung interessiert, belegt auch der dritte Preisträger, Kevin Fehling: In nur 5 Jahren hat er sich an die Spitze gekocht und wurde 2012 mit 35 Jahren jüngster 3-Sterne Koch Deutschlands. Vor allem sein 9-Gang Menu ist dafür verantwortlich. Kontinuierlich in der Weiterentwicklung, werden bei ihm klassische deutsche Elemente weitergeführt und entwickelt. Als Beispiel nur der typische Senf zum Kasseler: Er wird bei ihm zum gefrorenen Staub. Und entwickelt mit ungewohnter Textur intensive, neue Aromen. 


Zwei von vier: Jahrhundertköche
Joël Robuchon (li.) und Eckart Witzigmann
Bis zu 28(!!) Sterne gleichzeitig hatte Joël Robuchon im Laufe seiner Karriere. Seine Restaurants in Monaco, Paris, London, Hongkong ... alle Sterne gekrönt. Joël Robuchon ist für Eckart Witzigmann der größte, aktuell tätige Koch, der 'König der Köche'. Bekannt geworden ist Robuchon vor allem in den 80er Jahren durch sein Kartoffelpüree, heute ist er der umtriebigste Koch auf dem Planeten. Sein Markenzeichen sind die maximal 2-3 Produkte pro Gericht. Die in ungewohnten Zusammensetzungen immer neue Geschmackserlebnisse ermöglichen. Kein Wunder also, dass Monsieur Robuchon auch den Ehrentitel "Jahrhundertkoch" trägt. Wie Paul Bocuse, Frédy Girardet und Eckart Witzigmann.  Letzte im Bunde der Preisträger ist eine 'Sie', Martina Gedeck. Leider stand die Schauspielerin während des Pressetermins noch vor der Kamera, für den Abend wird aber fest mit 'Bella Martha' gerechnet. Das kann man ihr auch wirklich nur raten. Warum? Na, siehe Bild mit einem Vorgeschmack auf das Menu ...
Appetitanregend: Black Cod auf Paprikaravioli und -essenz

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