04.03.13

GROSSE GEWÄCHSE 2013


VDP: GG 2013 Nahe-Mosel-Pfalz-Rheinhessen


Der VDP ruft - wie immer kamen alle. Viel Wein, wenig Raum. Das ,The Charles‘ in München drohte aus allen Nähten zu platzen. Händler, Sammler und Journalisten drängelten sich um die Produzentenelite von Nahe-MoselSaarRuwer-Pfalz-Rheinhessen. Trotz Disziplin kein Durchkommen, ein Eindruck war nur über die Rieslinge möglich. Kurze Eindrücke:



MoselSaarRuwer
Clemens Busch 2011 Marienburg Falkenlay: Süsse Frucht in der Nase, sehr komplex. Der Winzer ist heiterer als seine Weine.  

Grans-Fassian 2011 Apotheke: Erstes Highlight. Noch in der Fruchtphase, reich geradezu üppig, kraftvolle Mineralität, klare Struktur hohes Potential. 

Reinhold Haart Ohligsberger 2011: Nase zu, verschlossen. Lässt mich nur raten was da kommen könnte.

S.A. Prüm: Sonnenuhr 2011 Alte Reben:  Viskos Fruchtsüsse, Hang zum Alkohol 

SA Prüm: Sonnenuhr 2010 Devon: Schon zugänglich elegant Flaschenreife tut ihm gut in der Mitte noch etwas mineralisch hart 

SA Prüm: Sonnenuhr 2010 Alte Reben: Verschlossene Nase, außerordentlich dichtes mineralisches Mundgefühl bleibt extrem lang im Mund etwas trocken braucht weitere 5 Jahre ...


Pfalz Weiß
Reichsrat von Buhl Reiterpfad 2011: Sehr Pfälzisch, bisschen zuviel Säure, wenig Spannung

Jesuitengarten 2011: Reicher, voller feiner fester Mineralikkern, auf Lagerung angelegt.

Ungeheuer 2011: Nase wirkt verschlossen, dennoch reich, strukturiert Honigsüße, weniger barock, hier: schlank, eher Nahestil (?)

A. Christmann Reiterpfad 2011: Alles da, wo es hingehört. Sehr harmonisch, macht bereits jetzt viel Freude.Von den Christmann Weinen der im Moment zugänglichste. Wird hervorragend reifen. 

Langenmorgen 2011: Noch mineralisch verschlossen, und der IDIG ist noch richtig böse, sperrig. Komplett verschlossen. 

Boris Kranz Kalmit 2011: Der wird immer zu schmecken sein. Irre Mineralisch, nasser Stein im Mund, laut Boris öffnet er sich gerade. Ungewöhnlich, spannend.

Weingut Pfeffingen Riesling Herrenberg 2011: Sauvignon Nase, sehr untypische Rieslingart, Feuerstein

Rebholz Riesling 2011 ,Ganz Horn‘ im Sonnenschein: Zurückhaltend , eher verspielt als kraftvoll, schon zugänglich. Fällt unter den Mineralik- und Fruchtbomben wenig auf. Schwieriger Stand auf so einer Probe,

Rebholz Im Sonnenschein 2011:  Noch freundlicher, ziseliert, fat zart. Könnte länger sein - kann aber auch an schwindenden Verkostungsfähigkeiten liegen.

Kastanienbusch 2011: Ist und bleibt einzigartige Lage, die Mischung aus Sonne Wärme und Mineralik ist lunvergleichlich. Großer Wein, komplex, reich. Wurde komplett geschluckt :-)
Nahe
Schäfer-Fröhlich Felseneck 2011: Eigenständige Aromatik, sehr ungewohnt und spannend. (Spontanvergärung?) Mineralisch, sehr mineralisch. Intellektueller Wein. Irres Potential.

Felsenberg 2011: Zugänglicher, Primärfrucht, gut balanciert mit Mineralik. Wirkt nicht so fordernd wie der Felseneck.

Rheinhessen
Weingut Wittmann: Aulerde schon trinkbar, Kirchspiel auch ... der Morstein zugesperrte Kathedrale. Du weißt wie groß das Ding ist, aber Du kommst (noch) nicht rein. Aber ein Verdacht: Weniger Wucht als sonst. 


Weingut Keller: Der Hipping 2011 schlägt alles (derzeit) Unverschämt reich, opulent, wollüstig, Best of Show at this point.

Pfalz Rot
Friedrich Becker:  Kammerberg 2010 geht in Richtung Volnay, vor allem über die Frucht, der Sankt Paul kommt stärker über den Boden, Mineralik. Ganz groß, aber keine Überraschung. Struktur und Finesse in D unerreicht. Der FCB des Deutschen Rotweins. Ist zwar auf Dauer langweilig immer die No.1 zu sein - aber was will man machen? 

Weingut Knipser Burgweg: Macht bereits Freude, ist über die Frucht einfach zu verstehen. Kirschgarten ist schon komplexer, könnte mehr Länge vertragen. Mandelgarten 2009 ist auch gut zu trinken. Alle Weine zeichnet ein durchgehender Stil aus. Borussia Dortmund im Kontext mit F. Becker. 

Fazit: Die GG werden immer stärker zum Aushängeschild deutschen Weinbaus und zur Spielwiese für eigenständige Winzer. Die spannende Vielfalt allein im Riesling Bereich durch die 4 Regionen macht sprachlos. Ausreißer nach unten? Nicht probiert. Das Niveau ist erscheckend hoch - für das private Weinbudget. :-)

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