19.10.15

NACHWUCHSFÖRDERUNG: DER KLEINE KOCH


Lirum-Larum-Löffelstiel: Damit fing in den Siebzigerjahren das Kochen für Kinder an. Die gleichnamige 13-teilige ZDF-Serie war auch für mich der Einstieg in die Kochwelt, der Marmorkuchen aus dem sendungsbegleitenden Buch ist bis Heute ein Klassiker in unserer Küche. Und der gezeichnete, tanzende Koch mit seiner Eierbalance-Nummer im Opening war ein Hingucker ersten Grades. Aber die Serie und das Buch sind jetzt auch schon 40 Jahre alt, Zeit also, um etwas Neues für Kinder zu schreiben. Eben „Der kleine Koch“.


Das Mobil von ‚Junior Slow e.V.‘ ist der Ausgangspunkt des Buches. Diese Initiative von Slow Food München ist seit Jahren eine begehrte Attraktionen vor Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen. Im umgebauten Anhänger lernen Kinder den Umgang mit Küchengeräten, die Unterschiede zwischen Kartoffel und Karotte und haben am Ende etwas selbstgekochtes auf dem Teller. An 130 Tagen im Jahr ist der Hänger mit der Küchenausstattung von ‚Junior Slow e.V.‘ im Einsatz, Profiköche wie Flora Hohmann (Tantris Natural Winebar) und Manuel Reheis (Broeding) zeigen den Kindern wie es geht. Hier entstand auch die Idee zum Buch, nicht zuletzt um den Kindern - und ihren Eltern - etwas ‚Handfestes’ mit nach Hause geben zu können. Alle 32 Rezepte sind im Wagen entstanden, auch im Zusammenspiel mit den Kindern. Flora Hohmann liebt diese einfachen Rezepte geradezu, denn: „Einfache Rezepte, die keine Hemmschwelle entstehen lassen, sind der Einstieg in das selbstständige Kochen.“ 




Zur Akzeptanz des Buches bei den Jungköchen trägt auch die Figur des kleinen Kochs bei, der die Kinder ohne erhobenen Zeigefinger an den Kochtopf locken will. Trotzdem ist ein Kochbuch mit Anspruch entstanden. Der Slow Food Anspruch bei den Zutatenlisten und den Einführungskapiteln ist überall zu spüren, die Themen saisonal und regional sind zentral. Schliesslich kann die Ernährungsbildung gar nicht früh genug beginnen. Manuel Reheis: „Kinder die bei uns im Kochmobil waren fordern ihre Eltern. Wenn Kinder selber kochen können und wissen wie einfach es sein kann, gibt es keine Gnocci aus der Packung mehr." Und auch ein vermeintlich einfaches Schnittlauchbrot wird dank "Der kleine Koch" wieder zum Genuss. Gewusst wie, ist das Thema.



Warum auch? Dank „Der kleine Koch“ ist Essen selber zu kochen keine Hexerei mehr. Weder für kleine noch für große Köche. Denn die Rezepte im Buch sind keinesfalls nur ‚Kinderkram‘. Die Kürbissuppe, die Rote-Beete-Knödel oder die Hopfenknödel mit Dörrpflaumen schmecken jedem. Also mir jedenfalls haben die Probehäppchen ziemlich gut gefallen …



1 Kommentar:

Sabine Klotz hat gesagt…

Hallo Harald,
bei BR2 gibt noch den passenden Audiobeitrag http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/notizbuch/essen-kinder-langsam-100.html
Gruß Sabine